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Doku online: Podium und Abschluss-Tagung „Herausforderung Klimawandel – wie wird Hochschule zukunftsfähig?“

23. Juni 2022, 15.15 - 16.45 Uhr
Festsaal der Universität Bonn, Regina-Pacis-Weg 3, 53113 Bonn

Bei der Podiumsveranstaltung am 23. Juni im Festsaal der Universität Bonn zum Abschluss des Projekts "KlimaWandel - Learning for Future" haben Studierende u.a. mit dem Rektor der Uni Bonn und mit Zuhörer*innen aus Wissenschft und Zivilgesellschaft, darüber diskutiert, wie die Hochschule der Zukunft aussehen sollte. Der Diskussion voran ging eine Arbeitstagung, bei der Empfehlungen für neue Hochschullehre und Hochschul-"Räume" erarbeitet wurden - für eine Hochschule, die so großen Herausforderungen wie dem Klimawandel gerecht wird.

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Eine Handvoll Fragen an: Kathrin Rosi Würtz

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Mein Name ist Kathrin Rosi Würtz und ich promoviere derzeit als externe Promotionsstudentin an der Universität Bonn im Fach Soziologie. Meine Doktorarbeit handelt von der Anwendung von sozialen Digitalmedien (insbesondere YouTube) für die audiovisuelle Gesundheitskommunikation von Krankenhäusern. Beruflich bin ich als Verlegerin und freie Fachautorin für die Themenbereiche Gesundheit, Medien und Natur unterwegs. Zwischen meinem Magisterstudium der Soziologie und meiner Promotion habe ich eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Physiotherapeutin absolviert und für diverse Anbieter:innen als Bewegungsexpertin gearbeitet.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Kathrin Rosi Würtz: Ich wohne am nördlichen Fuß des Siebengebirges in Bonn-Oberkassel und sehe die Auswirkungen des Klimawandels direkt im Wald vor meiner Tür. Schaue ich beispielsweise aus meinem Bürofenster, so sehe ich eine große Lücke, da dort im Jahr 2018 alle Bäume vertrocknet sind. Für mich ist dieser Anblick mehr denn je ein Aufruf, für den Klimaschutz aktiv zu sein. Die spürbaren Zeichen des Klimawandels sind für mich ein Ansporn, lokal hier im Siebengebirge global zu handeln.

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Eine Handvoll Fragen an: Alexandra Wandel

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Alexandra Wandel: Ich bin Vorstandssprecherin des World Future Councils. Der Rat vereint 50 Persönlichkeiten von 5 Kontinenten und setzt sich ein für einen gesunden Planeten mit friedlichen und gerechten Gesellschaften im Interesse jetztiger und zukünftiger Generationen.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Alexandra Wandel: Für mich ist der Klimawandel eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Jedoch bin ich optimistisch, dass es bereits gute Lösungen gibt, um auch den Klimawandel noch aufhalten zu können. Beim World Future Council identifizieren und verbreiten wir die besten Gesetze aus der ganzen Welt, die bessere Lebensbedingungen für jetzige und zukünftige Generationen schaffen. Wir zeichnen diese Gesetze mit unserem einzigartigen Future Policy Award aus, der auch als Politik-Oscar bekannt ist. Wir glauben, dass zukunftsgerechte Gesetzgebung eine Schlüsselrolle bei dem Kampf gegen den Klimawandel ist. Deshalb verbreiten wir die vorbildlichen politischen Lösungen auf unterschiedlichen Wegen, z.B. auf parlamentarischen Veranstaltungen, Studientouren, Konferenz und auch über die Medien. Wir zeigen politischen Entscheidungsträger:innen, dass es bereits gute Gesetze gibt, um den Klimawandel zu stoppen und inspirieren sie, diese in ihren eigenen Ländern oder Regionen umzusetzen.

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Videostatement von Aaron Goldbach

Das Projekt "KlimaWandel - Learning for Future" zielt darauf ab Studierende stärken, Change Agents in eigener (Bildungs)sache zu sein. Dabei lebt das Projekt maßgeblich von dem Engagement der beteiligten interdisziplinären Studierenden von Uni Bonn und Hochschule Bonn Rhein-Sieg. Aaron Goldbach, Student der Philosophie und Politikwissenschaft an der Uni Bonn, legt in diesem Videostatement dar, warum er sich für mehr Nachhaltigkeit in der Hochschullehre einsetzt.

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Eine Handvoll Fragen an: Insa Thiele-Eich

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Ich arbeite als Meteorologin und Klimaforscherin in der Abteilung Meteorologie am Institut für Geowissenschaften an der Universität Bonn und trainiere nebenberuflich als Astronautin für die Stiftung „Erste deutsche Astronautin“.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Insa Thiele-Eich: Der Klimawandel ist für mich nicht nur beruflicher Alltag, sondern mit seinen Herausforderungen fester Teil meiner Zukunft. Ganz besonders aber der meiner Kinder, und deshalb nehme ich dieses Thema sehr persönlich.

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Eine Handvoll Fragen an: Lars Schäfers

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Mein Name ist Lars Schäfers. Ich bin Theologe und Sozialethiker und arbeite als solcher derzeit als Wissenschaftlicher Referent in der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) Mönchengladbach sowie als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Christliche Gesellschaftslehre der Universität Bonn. Ich bin außerdem universitätsseitig im Projekt „KlimaWandel – Learning for Future“ aktiv.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Lars Schäfers: Der Mensch gilt christlich-theologisch als „Krone der Schöpfung“. In Zeiten des Klimawandels und der ökologischen Krise verkörpert der Mensch bildlich gesprochen allerdings nicht mehr die Hauptrolle auf der großen Bühne der Erde. Er ist vielmehr längst zum Regisseur geworden. Ein Regisseur, der auf den Brettern, die im wahrsten Sinne die Welt bedeuten, ein endzeitliches Drama mit offenem Ende inszeniert. Dieses Stück heißt „Anthropozän“: Damit ist das Zeitalter menschlicher Dominanz über die Natur gemeint. Besonders Papst Franziskus betont in seiner Umweltenzyklika Laudato si‘, dass wir den Schrei der verletzten „Schwester Erde“ hören, sie gerecht und barmherzig behandeln sollen. Für mich ist das Verständnis aller Wirklichkeit als Gottes gute Schöpfung eine Quelle, aus der ich die Grundhaltungen der Ehrfurcht, der Freude, der Dankbarkeit und der Achtung gegenüber Umwelt und Mitwelt einüben kann. Die daraus erwachsende Spiritualität sensibilisiert mich für das Stöhnen der Erde und bestärkt das so dringend notwendige Engagement für die Bewahrung der Schöpfung im Zeitalter des Anthropozän.

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Eine Handvoll Fragen an: Susanne Pätzold

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Mein Name ist Susanne Pätzold. Ich bin Schauspielerin. Zur Zeit arbeite ich an einem neuen Soloprogramm und spiele in verschiedenen Theaterprojekten, z.B. „Das Automatenbüffet“ (Köln), „Wer im Treibhaus sitzt“ (Bonn), „The Neuss of Germany“ (Neuss).

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Susanne Pätzold: Der Klimawandel zeigt, dass der Mensch seine Rolle auf diesem Planeten lange Zeit völlig falsch eingeschätzt hat - mit fatalen Folgen für die kommenden Generationen. Das bedeutet für uns alle: anderes Denken und anderes Handeln, privat und global.

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Eine Handvoll Fragen an: Katharina Wabnitz

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Mein Name ist Katharina Wabnitz. Ich habe zunächst Medizin studiert und nach einem Jahr klinischer Arbeit noch einen Master in Public Health gemacht. Aktuell arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der LMU München sowie beim Centre for Planetary Health Policy, einem neuen Think Tank für wissenschaftsbasierte Politikberatung.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Katharina Wabnitz: Aus meiner professionellen Sicht als Ärztin und Public Health Forscherin stellt die Klimakrise die größte Bedrohung, aber auch die größte Chance für Gesundheit in diesem Jahrhundert dar. Gleichzeitig betrachte ich sie als eine Krise unter vielen: Veränderungen unserer Umwelt betreffen nicht nur das globale Klima, sondern auch die Zerstörung von Ökosystemen, die Verschmutzung von Luft, Gewässern, und Böden sowie die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. All dies ist der Preis für den „Fortschritt“, den wir in den letzten Jahrzehnten erlebt haben, auch in der Medizin und im Gesundheitszustand der Menschen. Aber nicht alle genießen die Früchte dieser Entwicklung: Sowohl innerhalb als auch zwischen Nationen werden gesundheitliche und andere Ungleichheiten größer und die Folgen der ökologischen Krisen treffen bestimmte Bevölkerungsgruppen härter als andere. Das Ziel meiner Arbeit ist es, die planetare Gesundheit (wieder) herzustellen und das beinhaltet die Einhaltung ökologischer Grenzen während die Bedürfnisse aller Menschen für ein Leben in Gesundheit und Wohlergehen erfüllt werden.

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Eine Handvoll Fragen an: Gregor Hagedorn

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Gregor Hagedorn: Ich arbeite als Wissenschaftler am Museum für Naturkunde in Berlin. Ich komme aus der Biodiversitätsforschung und habe vor allem im Bereich der Koordination nationaler und internationaler digitaler Forschungsinfrastrukturen gearbeitet. Ich frage mich seit Jahren, wie die Menschheit die komplexe Nachhaltigkeitskrise – einschließlich z.B. der Friedenssicherung, Biodiversitäts- und Klimakrise – bewältigen kann.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Gregor Hagedorn: Ganz persönlich bedeutet der Klimawandel für mich eine Versagensgeschichte meiner Generation. Auch wenn ich, wie die meisten, nur eine kleine Verantwortung hatte: Als Team haben wir versagt und hinterlassen unseren Kindern ein schweres Erbe. Dabei steht für mich nicht die Schuldfrage im Zentrum – die Schuldzuschreibungen überlasse ich gerne den Historiker:innen. Es geht um die Zukunft und darum, dass wir jetzt umkehren und das Steuer herumreissen. Ich kann gut damit umgehen, dass ich sterben werde. Aber es würde mir leichter fallen, wenn meine Generation die Übergabe der Verantwortung mit Stolz statt mit Scham vornehmen könnte.

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Eine Handvoll Fragen an: Ben Al-Russith

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Ben Al-Russith: Mein Name ist Ben Al-Russith, bin 30 Jahre alt und studiere Germanistik und Romanistik in Köln. Ich denke darüber nach, in Deutschland zu promovieren. Ich komme mit meiner Frau aus Aserbaidschan und bin aschkenasischer Jude. Daher bin ich von meiner Erziehung her eher als Weltbürger erzogen und habe von Kindheit an gelernt, global zu denken. Für mich ist das Thema Frieden das bestimmende Element und ich bezeichne damit den Klimawandel der Nationalitäten, Frieden statt Macht zu suchen. Erst eine Welt im Frieden ermöglicht es allen Menschen zu guten Bedingungen zu existieren. Damit meine ich das zu haben, was man zum Überleben braucht. Da man mit dem heutigen Studiensystem kaum eine Chance hat studienbegleitend in größerem Umfang zu arbeiten und so für den Lebensunterhalt der Familie aufzukommen, habe ich erst in Deutschland gelernt, was es heißt arm zu sein. Ohne das Stipendium kämen wir am Monatsende kaum über die Runde.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Ben Al-Russith: Klimawandel bedeutet für mich als erstes der Mangel an Wasser. In den letzten Jahren blieb der Regen immer mehr aus und der Boden erodiert unter dem immer heftiger werdenden Wind. Alles Öl nutzt uns nichts, wenn wir verdursten müssen.

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