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Abschlussveranstaltung: Learning for Future!

23. Juni 2022, ab 15.00 Uhr
Ort wird noch bekannt gegeben / Digital
Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Und findet dennoch an den Hochschulen allenfalls rudimentär in den Einzelfächern statt. Wie wollen wir stattdessen lernen? Studierende stellen ihre Ergebisse und Forderungen zum neuen Lehren und Lernen vor! Diskutiert wird mit einer Runde aus Expert*innen aus den Bereichen Bildung und Klima.

Die Ergebnisse werden festgehalten und bundesweit in Netzwerken verbreitet. Denn: Wir wollen etwas bewegen!

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Eine Handvoll Fragen an: Insa Thiele-Eich

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Ich arbeite als Meteorologin und Klimaforscherin in der Abteilung Meteorologie am Institut für Geowissenschaften an der Universität Bonn und trainiere nebenberuflich als Astronautin für die Stiftung „Erste deutsche Astronautin“.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Insa Thiele-Eich: Der Klimawandel ist für mich nicht nur beruflicher Alltag, sondern mit seinen Herausforderungen fester Teil meiner Zukunft. Ganz besonders aber der meiner Kinder, und deshalb nehme ich dieses Thema sehr persönlich.

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Eine Handvoll Fragen an: Lars Schäfers

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Mein Name ist Lars Schäfers. Ich bin Theologe und Sozialethiker und arbeite als solcher derzeit als Wissenschaftlicher Referent in der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) Mönchengladbach sowie als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Christliche Gesellschaftslehre der Universität Bonn. Ich bin außerdem universitätsseitig im Projekt „KlimaWandel – Learning for Future“ aktiv.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Lars Schäfers: Der Mensch gilt christlich-theologisch als „Krone der Schöpfung“. In Zeiten des Klimawandels und der ökologischen Krise verkörpert der Mensch bildlich gesprochen allerdings nicht mehr die Hauptrolle auf der großen Bühne der Erde. Er ist vielmehr längst zum Regisseur geworden. Ein Regisseur, der auf den Brettern, die im wahrsten Sinne die Welt bedeuten, ein endzeitliches Drama mit offenem Ende inszeniert. Dieses Stück heißt „Anthropozän“: Damit ist das Zeitalter menschlicher Dominanz über die Natur gemeint. Besonders Papst Franziskus betont in seiner Umweltenzyklika Laudato si‘, dass wir den Schrei der verletzten „Schwester Erde“ hören, sie gerecht und barmherzig behandeln sollen. Für mich ist das Verständnis aller Wirklichkeit als Gottes gute Schöpfung eine Quelle, aus der ich die Grundhaltungen der Ehrfurcht, der Freude, der Dankbarkeit und der Achtung gegenüber Umwelt und Mitwelt einüben kann. Die daraus erwachsende Spiritualität sensibilisiert mich für das Stöhnen der Erde und bestärkt das so dringend notwendige Engagement für die Bewahrung der Schöpfung im Zeitalter des Anthropozän.

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Eine Handvoll Fragen an: Susanne Pätzold

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Mein Name ist Susanne Pätzold. Ich bin Schauspielerin. Zur Zeit arbeite ich an einem neuen Soloprogramm und spiele in verschiedenen Theaterprojekten, z.B. „Das Automatenbüffet“ (Köln), „Wer im Treibhaus sitzt“ (Bonn), „The Neuss of Germany“ (Neuss).

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Susanne Pätzold: Der Klimawandel zeigt, dass der Mensch seine Rolle auf diesem Planeten lange Zeit völlig falsch eingeschätzt hat - mit fatalen Folgen für die kommenden Generationen. Das bedeutet für uns alle: anderes Denken und anderes Handeln, privat und global.

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Eine Handvoll Fragen an: Katharina Wabnitz

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Mein Name ist Katharina Wabnitz. Ich habe zunächst Medizin studiert und nach einem Jahr klinischer Arbeit noch einen Master in Public Health gemacht. Aktuell arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der LMU München sowie beim Centre for Planetary Health Policy, einem neuen Think Tank für wissenschaftsbasierte Politikberatung.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Katharina Wabnitz: Aus meiner professionellen Sicht als Ärztin und Public Health Forscherin stellt die Klimakrise die größte Bedrohung, aber auch die größte Chance für Gesundheit in diesem Jahrhundert dar. Gleichzeitig betrachte ich sie als eine Krise unter vielen: Veränderungen unserer Umwelt betreffen nicht nur das globale Klima, sondern auch die Zerstörung von Ökosystemen, die Verschmutzung von Luft, Gewässern, und Böden sowie die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. All dies ist der Preis für den „Fortschritt“, den wir in den letzten Jahrzehnten erlebt haben, auch in der Medizin und im Gesundheitszustand der Menschen. Aber nicht alle genießen die Früchte dieser Entwicklung: Sowohl innerhalb als auch zwischen Nationen werden gesundheitliche und andere Ungleichheiten größer und die Folgen der ökologischen Krisen treffen bestimmte Bevölkerungsgruppen härter als andere. Das Ziel meiner Arbeit ist es, die planetare Gesundheit (wieder) herzustellen und das beinhaltet die Einhaltung ökologischer Grenzen während die Bedürfnisse aller Menschen für ein Leben in Gesundheit und Wohlergehen erfüllt werden.

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Eine Handvoll Fragen an: Gregor Hagedorn

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Gregor Hagedorn: Ich arbeite als Wissenschaftler am Museum für Naturkunde in Berlin. Ich komme aus der Biodiversitätsforschung und habe vor allem im Bereich der Koordination nationaler und internationaler digitaler Forschungsinfrastrukturen gearbeitet. Ich frage mich seit Jahren, wie die Menschheit die komplexe Nachhaltigkeitskrise – einschließlich z.B. der Friedenssicherung, Biodiversitäts- und Klimakrise – bewältigen kann.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Gregor Hagedorn: Ganz persönlich bedeutet der Klimawandel für mich eine Versagensgeschichte meiner Generation. Auch wenn ich, wie die meisten, nur eine kleine Verantwortung hatte: Als Team haben wir versagt und hinterlassen unseren Kindern ein schweres Erbe. Dabei steht für mich nicht die Schuldfrage im Zentrum – die Schuldzuschreibungen überlasse ich gerne den Historiker:innen. Es geht um die Zukunft und darum, dass wir jetzt umkehren und das Steuer herumreissen. Ich kann gut damit umgehen, dass ich sterben werde. Aber es würde mir leichter fallen, wenn meine Generation die Übergabe der Verantwortung mit Stolz statt mit Scham vornehmen könnte.

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Eine Handvoll Fragen an: Ben Al-Russith

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Ben Al-Russith: Mein Name ist Ben Al-Russith, bin 30 Jahre alt und studiere Germanistik und Romanistik in Köln. Ich denke darüber nach, in Deutschland zu promovieren. Ich komme mit meiner Frau aus Aserbaidschan und bin aschkenasischer Jude. Daher bin ich von meiner Erziehung her eher als Weltbürger erzogen und habe von Kindheit an gelernt, global zu denken. Für mich ist das Thema Frieden das bestimmende Element und ich bezeichne damit den Klimawandel der Nationalitäten, Frieden statt Macht zu suchen. Erst eine Welt im Frieden ermöglicht es allen Menschen zu guten Bedingungen zu existieren. Damit meine ich das zu haben, was man zum Überleben braucht. Da man mit dem heutigen Studiensystem kaum eine Chance hat studienbegleitend in größerem Umfang zu arbeiten und so für den Lebensunterhalt der Familie aufzukommen, habe ich erst in Deutschland gelernt, was es heißt arm zu sein. Ohne das Stipendium kämen wir am Monatsende kaum über die Runde.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Ben Al-Russith: Klimawandel bedeutet für mich als erstes der Mangel an Wasser. In den letzten Jahren blieb der Regen immer mehr aus und der Boden erodiert unter dem immer heftiger werdenden Wind. Alles Öl nutzt uns nichts, wenn wir verdursten müssen.

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Eine Handvoll Fragen an: Antonia Rötger

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Antonia Rötger: Ich arbeite als Wissenschaftsredakteurin am Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie, meine Hauptaufgabe ist es, unsere Forschung und ihren Beitrag zur Energiewende bekannt zu machen. Wir forschen an Solarzellen, an neuartigen Energiespeichern, an Katalysatoren für grünen Wasserstoff und an Quantenmaterialien für energieeffizientere Informationstechnologien. Damit ich das einfach und knapp erklären kann, spreche ich täglich mit vielen Wissenschaftler*innen.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Antonia Rötger: Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen. Das finde ich komplett irre, und manchmal staune ich darüber, dass viele Menschen das verdrängen. Wir erleben es ja immer deutlicher, jeder vor Ort kann es sehen: hier in Berlin sterben die Stadtbäume, die Wälder in Brandenburg gehen kaputt durch Dürren, Schädlinge, Brände. Und immer noch werden so viele Flächen versiegelt, immer noch gibt es keine wirkliche Wende bei den Themen Agrar, Verkehr, Ernährung, Wohnen. Das ist manchmal sehr frustrierend.

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Eine Handvoll Fragen an: Anka Zink

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Mein Name ist Anka Zink, ich bin Kabarettistin. Sie können mich googeln oder meine Webseite www.ankazink.de besuchen. Üblicherweise zeige ich ein Bühnenprogramm, welches ich ungefähr 100 mal im Jahr für zahlende Gäste vorführe. Ich bin Diplom-Soziologin mit den Ausbildungs-Schwerpunkten Empirie, Personal- und Kommunikationswesen.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Anka Zink: Klimawandel bedeutet für mich, persönlich erlebbare Veränderungen an der Lebensumwelt wahrzunehmen, quasi in Form teilnehmender Beobachtung. Damit meine ich Landschaftsveränderung, ungewöhnliche Wetterereignisse übermäßiges Auftreten von Borkenkäfern, Eichenprozessionsspinnern, Marienkäfern u.ä. Oder beispielweise der Aralsee: Seit ich von ihm das erste Mal hörte - in der Schule vor etwa 50 Jahren - hat er sich auf ein Viertel seiner ursprünglichen Größe verkleinert.

Verändert hat sich die Haltung der Menschen zu dem Thema und die Art der Auseinandersetzung. Das erlebe ich als „persönliche“ Klimakrise. Starb früher der Wald wegen des Ozonlochs, sind heute monokausale Verknüpfungen weniger beliebt. Es hängt „alles mit allem“ zusammen, ein anderer Ausdruck für die Komplexität der Weltereignisse, der nicht nur Ausdruck persönlicher Überforderung ist, sondern sachlich richtig.

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Eine Handvoll Fragen an: Kirsten von Elverfeldt

Vorab zu Ihrer Person: Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Ich bin Geographin und als assoziierte Professorin an der Universität Klagenfurt beschäftigt. Zugleich engagiere ich mich sehr stark bei Scientists for Future: So habe ich beispielsweise die Regionalgruppe Kärnten gegründet und bin auch Mitglied des S4F-Fachkollegiums.

Frage 1: Was bedeutet der Klimawandel für Sie persönlich?

Kirsten von Elverfeldt: Das ist eine sehr schwierige Frage. Persönlich bedeutet der Klimawandel – bei dem ich übrigens lieber von der Klimakrise spreche – für mich viele verschiedene Dinge, die sich teilweise abwechseln oder auch überlappen. Unlängst bedeutete der Klimawandel für mich beispielsweise immens viel Frust: So saß ich am 28.2.22, als der IPCC-Report der Working Group 2 veröffentlicht wurde, in einem Meeting mit einer Abteilung einer österreichischen Stadt. Diese Abteilung ist durchaus sehr engagiert, was Klima- und Umweltschutz betrifft, sie versuchen da wirklich einiges, um diese Stadt klimafit zu machen. Während des Meetings habe ich Nachrichten zum IPCC-Report erhalten, u. a. dass sich das Zeitfenster für 1,5° C in naher Zukunft schließen wird. Gleichzeitig sprach ein Abteilungsvertreter davon, dass wir „halt die Politik noch davon überzeugen müssen, wie wichtig Klimaschutz ist“. Danach war ich erst einmal verzweifelt: Wir sprechen – je nachdem, wann wir den Startpunkt setzen – seit über 100, mindestens aber seit über 50 Jahren vom Klimawandel. Wir erklären, erforschen, drängen auf Handeln. Und jetzt, wo wir nur noch die nächsten, 5, 6, 7, 8 Jahre Zeit haben, müssen wir noch immer Menschen überzeugen? Gleichzeitig nehme ich das und die Zeit, die uns durch die Finger rinnt, als Anlass dafür, meine eigenen Bestrebungen zu intensivieren, privat wie beruflich.

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